Die Marken sind die unbekannteste der drei mittelitalienischen Provinzen zu denen auch die Toskana und Umbrien zählen. Ihr Name „ Le Marche"(ausgesprochen „Marke" ) geht zurück auf die alte deutsche Gebietsbezeichnung „Mark": Le Marche - Die Marken.
Die Marken befinden sich im östlichen Mittelitalien zwischen Adriaküste und Apenninengebirge, ein Gebiet, das vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben ist.
Auch wenn die Adriaküste seit Jahrzehnten ein Mekka sonnenhungriger Badeurlauber ist, so wagen sich aber nur wenige von ihnen weg von den Stränden ins Landesinnere, wo man Orte findet, an denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, etwas was man so in Mittelitalien sonst nirgendwo erlebt. In den Marken wird der Besucher von Kultur nicht erschlagen, sondern diese bietet sich ihm in verdaulichen Portionen dar, dafür aber von höchster Qualität. Als Beispiel sei Urbino mit dem beeindruckenden "Palazzo Ducale" genannt.
Die Marken haben viel zu bieten: wollen Sie Meisterwerke der Renaissance bewundern, im Gebirge wandern auf Wegen, die noch in keiner Karte verzeichnet sind, oder frühmorgens im Hafen bei den Fischern die besten Fische aus dem nächtlichen Fang erstehen; hier finden Sie alles und im Unterschied zu den gefeierten Nachbarprovinzen Toskana und Umbrien geraten Sie dabei nie in touristisches Gedränge.
Viele Besucher kommen in die Marken, um das unverfälschte, „echte" Italien zu finden, unbefleckt vom Massentourismus und trotzdem dem fremden Besucher gegenüber aufgeschlossen und herzlich - wenn es das ist, was Sie suchen, dann sind Sie hier richtig.

Von den fünf Provinzhauptstädten ist Urbino die Beeindruckendste. Nur wenig hat sich am Stadtbild dieser einzigartigen Renaissancestadt geändert seit den Tagen, als Herzog Federico von Montefeltro hier in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts seinen berühmten Hof hielt.

Als letzte Provinz der Marken wurde 2004 der Nordteil der Provinz Ascoli Piceno abgetrennt: es ist die Provinz Fermo mit der gleichnamigen Hauptstadt.

Ganz im Süden der Marken liegt die Provinzhauptstadt Ascoli Piceno. Es lohnt sich, mehr als nur ein paar Stunden in dieser reizvollen alten Stadt zu verbringen. Die marmorgepflasterte Piazza gilt als einer der schönsten Plätze Italiens.

Ancona, die Hauptstadt der Marken, bietet dem Besucher keine ins Auge fallenden Sehenswürdigkeiten. Es ist eine Stadt auf den zweiten Blick; dann aber entdeckt man ihn, den salzigen Charme dieser geschäftigen Hafenstadt. Ancona hat auch den größten Fährhafen der Marken. Von hier aus gehen Schiffe nach Ex-Jugoslawien, Griechenland und in die Türkei.
Pesaro, auch eine der Provinzhauptstädte, ist zugleich reizvoller Badeort, als auch blühende Handelsstadt: Gute Geschäfte, schöne Strände, frischer Fisch.

Die letzte der Provinzhauptstädte ist Macerata, eine würdevolle Stadt, bekannt durch ihr alljährliches Opernfestival unter freiem Himmel in der Atmosphäre eines Amphitheaters. Viele kleinere Städte im Landesinnern lohnen nicht nur einen Besuch, sie bilden auch einen guten Ausgangspunkt, um von dort aus die Marken zu bereisen, z.B. Jesi, Cingoli, Recanati, Cagli, Camerino, San Leo und Fermo. Von den vielen Badeorten der Marken ist vielleicht Sirolo auf der Halbinsel Conero der Schönste.

Viele Touristen kommen in die Marken wegen ihrer landschaftlichen Schönheit, und tatsächlich ist das beeindruckende gebirgige Hinterland verschont geblieben von den Bausünden des 20. Jahrhunderts. Mittlerweile gibt es auch eine ganze Reihe von Naturparks.
Die Tropfsteinhöhlen von Frasassi gehören nicht nur zu den größten, sondern auch zu den schönsten Tropfsteinhöhlen Europas.
Tief hat sich vor Urzeiten das Wasser des Metauro-Flusses ins Kalkgestein gegraben und so die dramatische Furlo-Schlucht gebildet, die schon seit prähistorischen Zeiten als Gebirgsdurchgang genutzt wird.
Der größte Teil der italienischen Adriaküste ist flach. Eine Ausnahme bildet der Monte Conero südlich von Ancona. Dieser bildet ein kleines Stück Steilküste mit kleinen Buchten und Badeorten.
Einige der beeindruckendsten Gebirgslandschaften der Marken finden Sie im Süden, in den Sibillinischen Bergen. Noch bis in den späten Frühling hinein sind die Bergspitzen hier schneebedeckt.
Die schönsten Gebirgsimpressionen im Norden der Marken kann man rund um den Monte Catria erfahren. Ein Erlebnis ist eine Frühlingswanderung über die blumenübersäten Bergwiesen.
Die Marken bieten ein sehr vielseitiges Landschaftsbild. Weinberge wechseln sich mit Sonnenblumenfeldern, Olivenhainen, Kornfeldern oder Brachland bzw. Macchia ab. Dabei sind die Marken insgesamt "grüner" als zum Beispiel die Toskana auf der anderen Seite, da die Adriaseite von Italien mehr Niederschläge hat. Nur im Hochsommer wird es auch hier braun.
Die großen Landgüter der Toskana findet man seltener vor. Das Gelände der Marken ist schwieriger zu bewirtschaften, dadurch sind viele kleine Hofstellen entstanden. Auch waren die Marken immer eine ärmere Region. Die klassischen Clichees bezüglich Maffia und Diebstahl sind hier weit entfernt. Die Menschen – die "Marchigiani" (sprich: Markitschiani) zeichnen sich durch Ehrlichkeit und Herzlichkeit aus.

Weiterführende Links:
www.diemarken.com
www.regione.marche.it